Hier erreicht der Schmuck des Evangelienbuches seinen Höhepunkt. Die Schmuckzeichen sind so zusammengefügt, daß sie - Wegweisern gleich - bedeuten: Unser Gott ist der Heilige! Kommt, wir beten ihn an! - Seit allem Anfang will er in seiner unbegreiflichen Liebe die Erhöhung des Menschen. Er selbst wird Mensch, um die Menschen in die Herrlichkeit der Gemeinschaft mit ihm einzuladen - in das ewige Leben. Der Betrachter soll begreifen, daß Gott sein Friede ist, daß ihm von Gott her Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zuteil werden.
Hier, am Beginn des Johannesevangeliums, das Festevangelium am ersten Weihnachtstag ist, 'hört' und sieht er in Zeichen der Schrift: Das 'WORT, das im Anfang war -, GOTT, durch den alles geworden ist'. Im Zeichen des Kreuzes begegnet er seiner Menschwerdung und seinem Tod - im Bild 'des Lammes' inmitten der Evangelistensymbole seinem Richter, IHM, der am Kreuz für ihn sein Leben hingab, der gerecht ist und zugleich barmherzig: Trotz aller Schuld der Menschen will er im letzten Gericht ihre Vollendung wirken.
Der Betrachter soll "die - die Erkenntnis übersteigende - Liebe Christi erkennen" (Eph 3,18), auf daß er IHN ehre, der die Menschen zu sich erhöht. In seinem allmächtigen Wort läßt dieser Gott sich in die Verborgenheit des Buches 'legen', daß sein Wort von dort her zum Tor der Begegnung mit IHM, GOTT, werde: die "uralte Pforte", durch die der "König der Herrlichkeit" einzieht in die Menschen (vgl. Tag 11-12).
Die Eingangsbuchstaben des Evangeliums sind zum Sinn-Bild erhöht: IN (principio) - IM Anfang .. Mit Pflanzenranken umwunden sind sie ineinander in einen (mindestens) dreifachen Viereckrahmen gestellt. Der ist Symbol der Welt, des 'Weltgevierts', das WORT des Evangeliums ist seine Mitte. Fünf Schmuckbilder überformen die Schönheit dieses 'Weltgevierts' in leuchtenden Zeichen - als Kreuz. Es zeigt sich nur in Schmuckquadraten, überstrahlt das Welt-Bild und verleiht der gesamten Seite festlichen Glanz und herrscherliche Würde. Die fünf Bilder gehören zum visionären Bild des wiederkommenden Christus am Ende der Zeiten, so weisen sie als Deutezeichen auch noch in die verheißene Ewigkeit:
'Da! Ein Tor geöffnet im Himmel: Und die Stimme sprach: 'Steig hier herauf', ... Und da! Ein Thron stand im Himmel; und auf ihm ein Thronender, ... Und innen beim Thron und rings um den Thron: vier Lebewesen ... Das erste gleicht einem Löwen, das zweite gleicht einem Stier, das dritte hat ein Menschengesicht, das vierte gleicht einem fliegenden Adler... Und: In der Mitte des Throns und der vier Lebewesen ... stand ein Lamm wie geschlachtet' (Off 4-5).
Doch es lebt -, Christus in der Einheit Gottes: Der Himmel ist sein Thron. Kommt, lasset uns anbeten!


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