An der Schwelle zum Licht - einem jenseitigen Licht - sitzt Matthäus, in das Schreiben des Evangeliums vertieft. Nahezu unirdisch wirkt der Ort, an dem er "den aus der Jungfrau geborenen Christus bezeugt." Mit diesen Worten zeigen leuchtende Goldbuchstaben auf der Purpurtafel das Tun des Schreibenden an. Wie eine unüberwindliche Grenze legt sich diese Tafel zwischen die Sphäre des Engels, der das Evangelistensymbol des Matthäus ist, und den Evangelisten selbst. Aber der Raum in der Ebene des Matthäus, der das Evangelium schreibt, ist schon geweitet. Der Evangelist sitzt zwischen kostbar gezierten Säulen, die nur dazu dienen, einen ebenso kostbaren Vorhang geöffnet zu halten. Hinter diesem Vorhang leuchtet das goldene Licht - ebenso strahlend wie um den Engel oberhalb der beschriebenen Purpurtafel. Es gibt nichts in diesem Raum als das goldene Licht. Mit leuchtenden Augen schreibt Matthäus, er ist nicht nur von Licht umgeben, das Licht ist in ihm: Nur so kann er das Evangelium schreiben - Gottes Wort.


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