Auch Lukas scheint sein Evangelistensymbol zu 'sehen'. Doch blickt er weniger kühn als Johannes. Der 'Stier' schaut ihn mit sprechendem Gesicht an, dem Schreibpult gegenüber liegt er und hält dem schreibbereiten Lukas das fertige Evangelienbuch mit seinen Klauen entgegen - den Text, den Lukas übernehmen und zu seinem machen soll. Das ist sein Auftrag. Auch auf seinen Knien liegt geöffnet das Buch, das die Frohbotschaft aus seiner Feder aufnehmen soll. Die Einleitungsformel ist schon eingetragen, Lukas taucht die Feder in das Tintenfaß, um mit der Niederschrift zu beginnen. Schriftrolle und Schreibgerät auf seinem Tisch zeigen, daß er sich vielfältig vorbereitet hat, um dem Auftrag zu genügen, zu dem er sich gerufen weiß. Was seiner Vorbereitung am meisten dient, scheint sich jedoch in völlig anderer Weise darzustellen. Der große zweifach gerahmte Nimbus um sein Haupt, das Zeichen seiner Gottesnähe, seiner Heiligkeit, macht ihn allein geeignet, das Evangelium unverfälscht zu verkünden und Jesu Botschaft nicht durch seine eigene zu ersetzen. Die Treue eines Freundes spricht aus dem Antlitz des Evangelisten.
Die Einsamkeit des Ortes , an dem Lukas Gottes Wort zur Schrift werden läßt, ermöglicht ihm, Sein Wort zu hören und Seiner Liebe gehorsam zu sein.


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