Der Zeuge weint! Nicht nur schreibt Johannes sein Evangelium im Wissen um den Abgrund des Schmerzes, den er beim Sterben Jesu unter dem Kreuz durchlitt. Noch immer weint er, wenn er sich dem Gedächtnis des Todes Jesu stellt. Der Apostel unter dem Kreuz -, er ist als noch junger Mann gesehen und zugleich schon als der Evangelist, zu dem er erst in hohem Alter wird. Das Evangelienbuch hält er schon im Arm, an seiner Brust! Sein Haupt hebt er im Aufblick dem Antlitz Jesu zu -, einem Toten. Aber er deckt vor diesem Anblick seine Augen zu, die Finger sollen seine Tränen aufhalten -, er schämt sich ihrer nicht.
Das Antlitz des Toten ist noch nach aller erlittenen Qual Ausdruck der Güte, der Liebe bis zum Tod -, bis über den Tod hinaus. ER hat sein Wort gegeben: "Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen. ... Ich gehe von euch und komme wieder zu euch. ... Die Welt sieht mich nicht mehr; aber ihr seht mich: denn ich lebe, und auch ihr werdet leben" Joh 14,18.28.19. Auch dies bezeugt Johannes. Mit den Augen des Glaubens hat er IHN gesehen, ist IHM begegnet in der Liebe des Freundes - immer neu.
Alle vier Evangelisten, nicht nur Johannes, berichten mit einer Stimme von eben diesem Freund der Menschen, dem Gerechten, dem Heiligen, der vom Himmel kam und den Menschen gleich wurde in allem außer der Sünde. Die Symbole der Evangelisten umgeben die Kreuzigung und verwandeln sie in das Zeichen SEINER Wiederkunft, die die Schöpfung vollenden wird - mit dem Antlitz der Liebe.


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